Eintauchen

Fontaine de Vaucluse

Einzigartiges geologisches Phänomen und taucherisches Highlight

Im Süden Frankreichs, am Fuße eines Ausläufers der französischen Kalkalpen, befindet sich die Fontaine de Vaucluse – eine tiefgründige Höhlenquelle und damit der Wunschtraum vieler Höhlentaucher. Hier entspringt am Ende eines geschlossenen Tals inmitten üppiger Vegetation die Sorgue, ein Nebenfluss der Ouvèze, die wiederum in die Rhone mündet. Die Quelle bildet den Ausgang eines gewaltigen unterirdischen hydrologischen Netzes, in dem sich innerhalb eines Gebiets von rund 1.500 Quadratkilometer das kalkhaltige Wasser der Hochebene des Departements Vaucluse sammelt.



Unterhalb einer steilen Felswand öffnet sich im Verlauf einer tektonischen Verwerfung ein trichterförmiger Brunnen, ein wassergefüllter Schlund, von über 300 Meter Tiefe mit jahreszeitenabhängiger Wasserschüttung. Im größten Teil des Jahres liegt der Wasserspiegel bis zu 23 Meter unterhalb der großen Quellöffnung. Wasser, das in die Höhle eindringt, fließt dann durch tiefer gelegene Sekundärquellen ab.


Im Frühjahr jedoch, vermutlich bewirkt durch die Schneeschmelze oder starke Regenfälle, steigt der Wasserspiegel sehr rasch an (z.T. innerhalb von zwei Tagen) und ein gewaltiger Sturzbach ergießt sich mit bis zu 130 Kubikmeter pro Sekunde aus der Hauptquelle. Die riesige Fördermenge macht diese Karstquelle zu einer der mächtigsten Wiederaustritte unterirdisch gespeicherten Wassers in der Welt – und zum Namensgeber für ein derartiges Phänomen: vauclusische Quelle.